Winter 55/56 in Luxemburg

Hier geht es vorallem um den extremen Kälteeinbruch Ende Januar 1956 und den Temperaturen die in dieser Zeit in unserem Land herrschten.

Winterchronik 1956 – Luxemburg & Umgebung

Winterchronik 1956 – Luxemburg & Umgebung

Der Winter 1956 war einer der strengsten des 20. Jahrhunderts in Mitteleuropa. Ursache für die außergewöhnliche Kälte war eine blockierende Hochdrucklage über Skandinavien, die den Zustrom milder Atlantikluft nach Mitteleuropa nahezu vollständig verhinderte. Stattdessen strömte arktisch-kontinentale Polarluft aus Nordosten über Russland und Osteuropa nach Westen und überquerte die Alpen und das Rhein-Mosel-Gebiet. Infolge dieser Ostströmung sanken die Temperaturen in Luxemburg, Trier und den angrenzenden Regionen auf Werte, die seit Jahrzehnten nicht mehr gemessen worden waren.

Die Wetterlage war geprägt von starkem Hochdruck über Skandinavien, der die atlantischen Störungen blockierte. Gleichzeitig bewegten sich Tiefdruckgebiete über Mittel- und Südeuropa, die zwar Schneefälle brachten, jedoch nicht in der Lage waren, die kalte Ostluft zu verdrängen. Durch diese Kombination entstand ein stabiler Kälteblock: tagelang eisige Temperaturen, trockene Polarluft und klare, frostige Nächte, unterbrochen nur von gelegentlichem leichten Schneefall und Glatteis.

Bereits Ende Januar 1956 fielen die ersten extremen Frostwerte: In Trier sanken die Tiefsttemperaturen am 31. Januar auf −14 °C, während in Luxemburg-Limpertsberg Werte um −8 °C gemessen wurden. Die Kälte erreichte Anfang Februar ihren Höhepunkt, als das Quecksilber tagsüber unter null blieb und nachts vielfach in Richtung −20 °C oder darunter fiel. Starke Ostwinde verstärkten die gefühlte Kälte, während Schneedecken von 5 bis 15 cm auf Straßen und Wegen die Bedingungen weiter verschärften.

Die Auswirkungen waren dramatisch: Straßen wurden unpassierbar, Schulen und Betriebe geschlossen, die Wasserversorgung eingeschränkt und die Heizsysteme stark belastet. Auch Flüsse und Seen froren zu, wodurch die Schifffahrt zeitweise völlig zum Erliegen kam. In Luxemburg wurde die Mosel sogar freigesprengt, um den Transport auf dem Fluss wieder zu ermöglichen. Diese meteorologische Situation machte den Februar 1956 zu einem Paradebeispiel für eine blockierte Kältewelle aus Osteuropa und zeigt eindrücklich, wie ein stabiles Hochdruckgebiet in Kombination mit sibirischer Polarluft ganze Regionen in eine eisige Umklammerung versetzen kann.

Temperaturvergleich 30.01.–07.02.1956

Minima und Maxima – Trier, Findel, Limpertsberg, Nord‑Luxemburg
Datum Trier MinTrier Max Findel MinFindel Max Limpertsberg MinLimpertsberg Max Nord‑Lux MinNord‑Lux Max
30.01−3+7−5+5
31.01−14−3−16−4−18.0-4.8−10−2.8
01.02−19−14−21−15−18.9−13.6−20−6
02.02−19−11−21−12−19.6−14.6−21.6−18
03.02−13−3−15−4−12.6−7.0−17−13
04.02−7−2−10−1−12.6−3.5−9-5
05.02−11−4−9−2−10.0−0.5−11-3
06.02−5−2−60−10.1−5.0−13-5
07.02−7−1−8−2−7.5−2.5−9.5−0.5

Bilder zur Kältewelle 1956

Schneedecke 1956 in Mitteleuropa

Schneedecke in Mitteleuropa, Winter 1956 (Symbolbild)

Gefrorener Fluss

Gefrorener Fluss – die Mosel musste freigesprengt werden (Symbolbild)

Winterlandschaft

Winterlandschaft in Luxemburg/Deutschland 1956 (Symbolbild)